Juni 24, 2020

Bei jeder Art von Mitgliederbereich gibt es Vor- und Nachteile. Wenn du deinen Mitgliederbereich gerne mit WordPress gestalten möchtest, dann empfehle ich dir, dass du den Kursbereich von deiner Hauptwebseite trennst - also eine eigene Installation dafür anlegst. 

Wieso ich diese Empfehlung so klar aussprechen kann, schlüssle ich dir hier in diesem Blogartikel auf.

1. Viele Plugins auf einem Haufen

Ein Mitgliederbereich braucht spezielle Plugins, damit er funktioniert. Das sind andere Plugins als die, die deine Webseite braucht. Deshalb wirst du, wenn du deinen Mitgliederbereich auf deiner Hauptdomain installierst, dort auch sehr viele Plugins haben. Das bietet natürlich nicht nur ein höheres Sicherheitsrisiko, sondern auch die Möglichkeit, dass sich die verschiedenen Plugins untereinander nicht vertragen und es somit immer wieder zu Fehlermeldungen oder Ausfällen deiner Hauptwebseite und deines Mitgliederbereichs gleichzeitig kommt.

Viele Plugins installiert zu haben bedeutet auch, dass deine Webseite einiges an Programmiercode laden muss. Je mehr Code auf deiner Webseite geladen werden muss, desto langsamer wird sie schlussendlich. Dies ist wiederum sowohl für deine Nutzer*in als auch für Google ungünstig. 

2. Nutzerführung

Damit deine Besucher*innen im Mitgliederbereich genau dorthin finden, wo sie hin sollen, braucht ein Mitgliederbereich eine andere Struktur als deine Hauptwebseite. Nicht nur das Hauptmenü und das Design sollten so gestaltet sein, dass sich deine Nutzer*innen zurecht finden, sondern es braucht auch Übersichtsseiten oder Seitenmenüs, damit deine Nutzer*in gut navigieren kann.

Besonders wichtig wird dieser Faktor, wenn du mehrere Kurse anbietest.
Deshalb gibt es auch für das Theme, das man für einen Mitgliederbereich verwenden möchte, ganz andere Anforderungen als für das Theme einer Webseite.

Aber nicht nur die Nutzerführung kann herausfordernd sein, sondern auch die Inhalte selbst.

3. Die Übersicht bewahren

Die Übersicht über Seiten und Beiträge zu bewahren ist schon bei einer normalen Webseite eine kleine Herausforderung. Hast du dann "nur" ein Mitgliederbereichs-Plugin, aber keine Kursverwaltung musst du sehr sehr sauber und organisiert arbeiten, damit du die Übersicht behältst.

Dieses Problem lässt sich gut lösen, indem man sich ein Kursverwaltungsplugin installiert. In diesem Fall sind wir dann aber wieder bei Punkt 1 und dem Zusammenspiel aller Komponenten und bei der Ladezeit der Webseite.

4. Du schützt unabsichtlich Inhalte, die gar nicht geschützt werden sollen

Immer wieder kommt es vor, dass ich auf Webseiten unterwegs bin und dann beispielsweise eine Kategorienseite klicke, weil ich gerne sehen möchte, welche Artikel es zum Thema noch gibt. Wenn mir dann angezeigt wird, dass diese Seite geschützt ist und man sich bitte anmelden soll, damit man den Inhalt sehen kann, dann ist das als Nutzer*in ärgerlich. Und für dich als Webseitenbetreiber*in ist es auch ungünstig, weil deine Besucher*innen dann sehr wahrscheinlich nicht mehr weiterlesen, sondern die Seite einfach schließen werden.

Weiters kann es dadurch vorkommen, dass du im Google Ranking abrutscht, wenn es passiert, dass du unabsichtlich wichtige Seiten schützt. Denn nicht nur deine Nutzer*in macht vor einem Anmeldefeld halt, sondern auch der Google-Bot.

5. Du veröffentlichst Inhalte unabsichtlich, obwohl sie geschützt werden sollen

Über die Suchfunktion deiner Webseite können deine Nutzer*innen meistens nicht nur Blogartikel finden, sondern auch andere Seiten, die nicht aus der Suche ausgenommen sind. Wenn du nun vergisst deine Inhalte zu schüzten, dann können sie durch diese Volltextsuche gefunden werden.

Passiert das nur in deinem Mitgliederbereich werden diese Seite zum einen weniger Leute finden und zum zweiten werden dich diese Leute vermutlich darauf aufmerksam machen, dass diese Seite auch ohne Benutzerdaten zugänglich ist. Passiert so etwas hingegen auf deiner Hauptwebseite, dann wird es nicht auffallen, dass die Inhalte eigentlich geschützt werden sollten.

In diesem Fall kann es auch passieren, dass Google diese Seite dann indexiert - also direkt in den Suchergebnissen anzeigt. Dazu aber mehr im nächsten Punkt.

6. Google findet deine Inhalte und indexiert sie, obwohl du das nicht möchtest

Oft bekomme ich im Zusammenhang mit Mitgliederbereichen die Frage gestellt: "Wie schützt du denn deine PDFs, damit sie nicht gefunden werden?".

Google zeigt für die Nutzer*Innen natürlich immer die relevantesten Ergebnisse an. Und wenn genau dein Kurs-PDF die Suche der Nutzer*in am besten trifft, dann zeigt Google dieses PDF an. Hast du deine Kurs-PDFs (oder sonstige hochgeladenen Inhalte) also auf deiner Hauptwebseite, dann musst du Google sagen, dass er genau diese PDFs nicht anzeigen darf - das ist natürlich extra Zusatzaufwand.

Hast du deinen Mitgliederbereich allerdings auf einer separaten Installation, dann kannst du gleich den ganzen Mitgliederbereich auf noindex setzen. Das bedeutet, dass Google im gesamten Mitgliederbereich nicht erwünscht ist (und auch keine andere Suchmaschine). Das hat den Vorteil, dass du nicht jedes Mal daran denken musst deine Inhalte separat zu markieren, sondern einfach der Mitgliederbereich und alle Inhalte bei Google gar nicht erst auftaucht.

Somit kann ich auf die Eingangsfrage antworten: "Ich schütze meine Inhalte nicht zusätzlich, sondern das "passiert" über die Haupteinstellungen meines Mitgliederbereichs.

7. Gemeinsame Abhängigkeiten

Dieses Risiko habe ich zwar im ersten Punkt schon kurz angeschnitten, möchte es aber trotzdem hier nochmals extra erwähnen, weil ich es sehr wichtig finde..

Wenn du deine Webseite und deinen Mitgliederbereich auf der gleichen WordPress-Installation hast, dann hängen sie zusammen. Wenn deine Webseite aus irgendeinem Grund nicht erreibchar ist oder einen Fehler zeigt, dann ist auch dein Mitgliederbereich nicht erreichbar. Genauso ist es auch, wenn dein Mitgliederbereich einen Fehler hat, dann ist auch deine Webseite davon betroffen.

Fazit 

Da als Online-Unternehmer*in meine  Webseite eine Hauptkomponente meines Unternehmens ist, würde ich persönlich das Risiko meine Hauptwebseite und meinen Mitgliederbereich zusammenzulegen, nie eingehen. 
Denn für mich ist es sowohl technisch als auch in meiner Organisation besser zu verwenden, wenn ich beide Komponenten trenne.

Ja, es mag im ersten Moment nach Mehrkosten und Mehraufwand klingen, wenn man beides teilt. Langfristig gesehen ist es für mich - aus meiner Erfahrung heraus - aber die praktikablere Lösung (über 15 Kurse und ~6000 Mitglieder in meinem damaligen Kreativkurse-Mitgliederbereich haben mir einige Augen geöffnet). 

Falls dir noch Argumente einfallen, wieso der Mitgliederbereich unbedingt auf einer getrennten WordPress-Installation liegen sollte, dann lass es mich gerne durch ein Kommentar wissen!

Hab' einen wunderbaren Tag,
Sara


Über die Autor*in

Sara 

Sara Menzel-Berger ist als Technikelfe für WordPress-Webseiten unterwegs.Wenn sie nicht gerade Kund*innen dabei begleitet durch den Technik-Dschungel zu finden, geht sie gerne wandern, ist begeisterte Teetrinkerin und spielt mit Leidenschaft Assassins Creed.

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