Juni 15, 2020

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich "Online-Business" einfach so kann - also "Hast du einfach von Anfang an alles richtig gemacht? Bei dir sieht das so leicht aus!" 

Solche Fragen überraschen mich immer sehr, denn ich kann dir versichern das war nicht so. Ich habe einige Umwege genommen, mir blutige Nasen geholt, mir manchmal auch blaue Flecken eingefangen und anfangs ging gar nichts einfach.

Wie ich überhaupt zu meiner Technikelfe gekommen bin und was ich mir alles ganz anders vorgestellt hatte, erzähle ich dir in diesem Blogartikel.

Dieser Beitrag ist im Rahmen der Blogparade "Einfach machen - Selbstständig machen - und dann kam es ganz anders als erwartet" entstanden. Danke liebe Michaela für den Anstoß!

Mit welcher Ambition bin ich losgelaufen?

Das erste Konzept um mich selbstständig zu machen habe ich 2013 ausgearbeitet. Damals war ich in einer Kinderkrippe tätig und wollte mir ein zweites Standbein mit Kreativkursen für Erwachsene aufbauen. Das Projekt nannte sich "kreatives Wohnzimmer" und ich fand sehr schnell 4 Frauen, die mir beim Erproben meines Konzepts halfen. In meiner Wohnung fanden daraufhin 4 Abende statt, wo wir uns gemeinsam kreativ auf Weihnachten einstimmten. Diese Kreativabende kamen sehr gut an, weshalb ich das Konzept weiter verfolgte.

Nach einem Jahr Vorbereitung eröffnete ich im Jänner 2015 dann mein eigenes Atelier. Ich machte meine erste Schritte als Unternehmer*in - richtig mit Business-Plan und Antrag für eine Kreativförderung, die ich bewilligt bekam. Natürlich brauchte ich auch ein Logo und eine Webseite, die mir damals Freunde zusammenbastelten. Damals sah ich noch alles rosa und dachte, dass das so ein geniales Konzept sei, dass unglaublich viele Menschen zu mir kommen werden.

Tja, weit gefehlt. Das Konzept war zwar wirklich gut und jede* Teilnehmer*in der Workshops gab mir die Rückmeldung, dass sie gerne wiederkommen wird, aber so richtig lief es nicht an. Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass ich mir eine Kombination von zu wenig Anfragen, zu vielen Kosten und zu billigen Kurspreisen geschaffen hatte. Damals dachte ich noch: "Ach, irgendwie wird das schon gehen."

Da ich ja noch immer in der Kinderkrippe arbeitete, konnte ich mir meine "Selbstständigkeit" gegenfinanzieren. So umging ich auch den schmerzhaften Punkt mir wirklich meine Zahlen auszurechnen - also ehrlich auszurechnen. Auch Zahlen kann man sich schönrechnen. Darin war ich damals Meisterin 🙂

Kooperationen

Durch Freund*innen kam ich damals zu zwei tollen Kooperationen und durfte Kreativkurse für Jugendgruppen und für eine Firma, die Bastelmaterialien verkauft, gestalten. Diese zwei Kooperationen haben mich über einige Jahre begleitet und mir sehr viel Spaß gemacht. Aber auch hier stimmten meine wirtschaftlichen Kalkulationen nicht.

Zusammenfassend gesagt: Ich hatte keine Ahnung von Marketing, Verkaufen, Buchhaltung, Finanzen, Unternehmensführung oder Produktentwicklung, aber ich war leidenschaftlich und dachte "Hey, ich kann so coole Dinge bauen, das andere ergibt sich bestimmt von selbst."

Online Kreativkurse

Irgendwann dämmerte es mir dann doch, dass, wenn ich so weiter mache, diese Selbstständigkeit ewig ein teures Hobby bleiben wird. Deshalb nahm ich 2016 ich an der Beta-Version des Facebook-Masterkurses von Katrin Hill teil. In diesem Kurs beschäftigte ich mich das erste Mal richtig mit meiner Webseite, baute sie um und kam in Berührung mit E-Mail-Marketing.

Und anfangs habe ich Rotz und Wasser geheult, weil einfach nichts funktionieren wollte. Ich habe damals die Wartung der Webseite selbst übernommen, ohne, dass ich auch nur einen Funken Erfahrung hatte. So bin ich in meinen ersten Webseiten-Umzug gestolpert.

Da ich selbst Inhaberin meiner Domain und meines Hostings sein wollte, welchselte ich damals den Provider. Und sagen wir mal "nett", es war nicht der tollste Provider, den ich mir aussuchte. Dadurch hatte ich eine steile Lernkurve was Domains, Wildcard-SSL-Zertifikate, DNS-Einträge und weiße Webseiten betrifft. Aber am Schluss hatte ich es wirklich geschafft, dass Thrive Leads und Mailchimp liefen. Und ich war stolz.

So kam ich mit dem Thema "Onlinemarketing" in Berührung und saß einige Monate später auch gleich einem falschen Versprechen auf, nämlich: "Bau dir deinen eigenen automatisierten hochpreisigen Selbstlernkurs und du kannst am Stand liegend Coctails schlürfen, während deine Webseite Geld für dich verdient." Klar war diese Erfahrung nicht umsonst, aber sie war geldintensiv (weil man natürlich einen hochpreisigen Selbstlernkurs braucht, damit man einen eigenen Selbstlernkurs erstellen kann) und zeitaufwändig.

Content Marketing wird's schon richten

Da mein erster Onlinekurs sich natürlich nicht verkaufte, begann ich damit, dass ich Blogartikel schrieb, die Anleitungen zu verschiedensten Bastelvorlagen boten. Auch die Vorlagen dafür entwickelte ich selbst, sodass man sie gemütlich auf ein A4-Blatt ausdrucken und somit sehr schnell nachbasteln konnte. Jede Woche ein Blogartikel, dazu ein Newsletter und eine Bastelvorlage. Du kannst dir sicher vorstellen, dass das eine Menge Aufwand war. Durch den Facebook-Marketing-Kurs hatte ich schon das Wissen, dass ich die Bastelvorlagen nicht ganz kostenlos, sondern nur im Tausch gegen die E-Mail-Adresse, zur Verfügung stellte.

Mit der Zeit wurden es aber so viele Bastelvorlagen, dass es auf einer passwortgeschützten Seite sehr unübersichtlich wurde. Deshalb legte ich einen Mitgliederbereich an, verknüpfte ihn mit ActiveCampaign (wohin ich umgezogen bin nach Mailchimp) und das war ab diesem Zeitpunkt mein Freebie.
Und ja, ich hatte voll das Bedürfnis meiner Zielgruppe getroffen, allerdings machte ich einige Fehler dabei.

1. Es gab alles kostenlos

Im Rückblick der größte Fehler war, dass ich damals alle meine Inhalte kostenlos zur Verfügung stellt. Ich hatte kein Produkt - außer meinem Kurs, der nicht lief - und scheute mich auch davor ein neues zu entwickeln. Deshalb "erzog" ich meine E-Mail-Liste dazu, dass sie von mir alles gratis bekamen. Im Nachhinein ließ sich dieser Fehler nicht mehr "reparieren".

2. Es ging mir ab einem gewissen Zeitpunkt nur mehr um Zahlen

Fehler Nummer zwei war, dass, als das Freebie wirklich sehr gut zu laufen begann, es nur mehr um Zahlen ging. Oje, diese Woche (ja, du liest richtig - pro Woche!) hatte ich das Ziel von 150 Neueintragungen nicht erreicht.  Oh, hey, dieses E-Mail haben doch wieder über 30% der Leute geöffnet. Yeah, die neue Vorlage wurde in einer Woche 500 mal heruntergeladen. Oje, aber diese Klickrate ist unterirdisch. So ging es jede Woche. Es war anstrengend und auch nicht zielführend.

Versteh' mich bitte nicht falsch - Zahlen sind mir nach wie vor wichtig, aber ich würde nie mehr die Strategie oder das Ziel wählen, dass ich eine möglichst große Anzahl an E-Mail-Adressen erreiche. Denn eine Liste mit 300 Abonnenten kann - so wie in meinem Fall - so viel mehr Wert haben als meine damalige Liste mit über 7.000 Abonnenten.

3. Falsche Annahmen

Fehler Nummer drei war: Ich ging von mir aus. Was wollte ich? Was kann ich? Wie kann ich es anbieten? Was zu kurz kam waren die Überlegungen zu meiner Zielgruppe. Klar hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon einen Kundenavatar gemacht, aber weder hatte ich das Konzept verstanden, noch konnte ich mich wirklich in meine Zielgruppe hineinversetzen. Und so traf ich eine Reihe falscher Annahmen, die im Laufe der Zeit dazu führten, dass ich das Gefühl hatte gar nichts mehr richtig zu machen.

Alles gemeinsam war sehr frustrierend und entmutigend für mich. Ich hatte mir mit meinen ganzen Anforderungen an mich selbst, meinem Perfektionismus und auch mit einigen Ängsten ein tolles Hamsterrad gebaut in dem ich schön langsam müde wurde. Rückblickend kann ich sagen, dass ich den Schritt das Kreativ-Business aufzugeben absolut der richtige war. Denn bis heute greife ich kaum noch eine Schere an, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Auch das war ein sehr großes Learning für mich: Nur, weil du Leidenschaft für eine Sache mitbringst, musst du sie noch lange nicht zum Beruf machen.

Natürlich hatte diese Zeit nicht nur ihre herausfordernden Seiten. Es gab vieles das ich gelernt habe, das mir Spaß machte und wo ich Erfahrungen sammelte auf denen mein jetziges Business aufgebaut ist. Da es in dieser Blogparade aber darum geht, dass es Dinge gab' die völlig anders gekommen sind, als ich erwartet habe, ist es mir wichtig dir vor allem von diesen Ereignissen zu erzählen 🙂

Aber wie kam es jetzt dazu, dass ich mittlerweile die Technikelfe bin?

Erste Webseiten

In der Zeit, wo ich sehr mit Content-Marketing für mein Kreativ-Business beschäftigt war, kamen immer mehr Leute auf mich zu, dass ich so eine schöne Webseite habe und ob ich ihnen nicht auch eine bauen könnte. Am Anfang wies ich solche Anfragen zurück mit der Begründung, dass ich keine Ausbildung habe. 

Doch meine Kund*innen ließen nicht locker und sagten mir: "Hey, wir sehen du kannst das. Es ist uns komplett egal, ob du eine Ausbildung hast oder nicht!" Deshalb nahm ich schließlich meinen ersten Auftrag an und baute meine erste Webseite für eine Kund*in.

Mittlerweile ist mir klar geworden, dass es manchmal wichtiger ist, dass man Praxiserfahrung hat, als dass ein Zertifikat an irgendeiner Wand herumhängt.
Auch das war etwas womit ich nicht gerechnet hatte - ich übte zum ersten Mal in meinem Leben einen Beruf aus, für den ich keine formale Ausbildung hatte.

Entstehung der Technikelfe

So entstand langsam mein Technikelfe-Business. Meine Kund*innen empfahlen mich weiter und ich bekam immer mehr Anfragen. Irgendwann löschte ich dann meine alte E-Mail-Liste mit den 7.000 Adressen - mein damaliger Coach fiel fast vom Sessel deswegen - und ließ mich ganz auf das Neue ein.

Da meine Kund*innen mich oft als Technikfee bezeichneten dachte ich irgendwann: "Hey cool. Das ist ein toller Name." Leider war dieser Name aber schon vergeben und ich nannte mich schließlich Technikelfe. Dieser Name ist mir bis heute geblieben und passt wie angegossen.

Wie ist es dir bei deinem Business-Aufbau ergangen? Welche Umwege hast du genommen, wo hast du dir blutige Nasen geschlagen? Darauf bin ich sehr neugierig. Erzähl es mir gerne in einem Kommentar!

Alles Liebe
Sara

Über die Autor*in

Sara 

Sara Menzel-Berger ist als Technikelfe für WordPress-Webseiten unterwegs.Wenn sie nicht gerade Kund*innen dabei begleitet durch den Technik-Dschungel zu finden, geht sie gerne wandern, ist begeisterte Teetrinkerin und spielt mit Leidenschaft Assassins Creed.

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